Podiumsdiskusion:
Moderation: Matthias Krust, Automobilwoche

Elmar Frickenstein, BMW
Günter Zettler, Tieto
Dr. Volkmar Denner, Robert Bosch
Bernard Mattes, Ford

  Mit gemeinsamen Lösungen gegen die Kosten

Auch im Internetzeitalter wird das Auto seine Faszination nicht verlieren, so die Einschätzung von Fachleuten in einer Podiumsdiskussion auf der Automobilwoche Konferenz "Das vernetzte Fahrzeug“ in München. Doch es gilt nach Möglichkeiten zu suchen, um Kosten einzusparen.

München: Internetbasierte Funktionalitäten gewinnen bei den Autofahrern an Bedeutung. Doch welche Bereitschaft besteht, dafür auch zu bezahlen? Elmar Frickenstein, Bereichsleiter Elektrik/Elektronik und Fahrerlebnisplatz bei BMW, registriert "eine sehr starke Nachfrage“ der Autofahrer nach Funktionalitäten wie etwa dem Notrufsystem eCall. Derzeit werden etliche Dienste den Autofahrern für drei Jahre kostenlose zur Verfügung gestellt. Erfreulich für BMW: Viele der Kunden ordern die einmal erfahrenen Funktionalitäten auch im Anschluss gegen eine entsprechende Bezahlung. "Da gibt es eine sehr starke Nachfrage“, erklärt Frickenstein. Ihm ist es auch wichtig, dass bestimmte Funktionalitäten schnell umgesetzt werden können. Keine Kompromisse will Frickenstein jedoch bei der Elektronikarchitektur machen. Da soll die Kompetenz auf jeden Fall im Hause BMW bleiben. Doch zeigt er sich beispielsweise offen gegenüber etablierten Betriebssystemen. So etwas müsse nicht noch einmal entwickelt werden, erklärt er mit Blick auf eine Kostenersparnis.

Volkmar Denner, Geschäftsführer beim Zulieferer Robert Bosch, verweist darauf, dass für den Zulieferer das Thema Navigation im Fahrzeug von strategischer Bedeutung ist. "In der Navigation steckt noch viel Potenzial – auch für die Verbrauchssenkung“, so Denner. Um Kosten zu sparen, plädiert Denner dafür, "Aufwendungen bei nicht differenzierenden Leistungen“ zu reduzieren. Gleichzeitig warnt er davor, Applikationen unkontrolliert ins Fahrzeug kommen zu lassen – bei einer zu großen Offenheit gegenüber externen Anbietern solcher Dienste. Um sich vor Hackerangriffen zu schützen, hat Bosch einen mehrstufigen Prozess integriert. In Sicherheitsfragen plädiert Denner für einen Industrieansatz. Das heißt, etablierte Techniken sollten als eine Art Industriestandard implementiert werden.

Sicherheit über alles

"Sicherheit geht über alles“, so auch die Einschätzung des Chefs von Ford Deutschland, Bernhard Matthes. Bei Ford werde auch die Frage diskutiert, wie weit sich bestimmte internetbasierte Produkte von der Marke Ford entfernen dürfen. Insgesamt ist er aber davon überzeugt, dass das Auto auch in fünf Jahren noch nicht zum Commodity geworden ist. Denn der Wunsch nach "individueller Mobilität“ sei weiterhin vorhanden.

Günter Zettler, Leiter des Automobilbereichs beim finnischen IT- und Engineeringdienstleister Tieto, rechnet ebenfalls nicht damit, dass das Auto in fünf Jahren zum Commodity geworden ist. "In zehn bis 15 Jahren kann das in bestimmten Segmenten aber anders aussehen“, räumt er ein. Er ist allerdings davon überzeugt, dass bestimmte Internetfunktionen den Kunden zum Neuwagenkauf anregen. "Die Kunden werden das Fahrzeug nutzen, das die Möglichkeiten bietet.“

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