Dr. Wieland Holfelder
Director Engineering
Google Germany |
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Google führt die Autobranche durch die digitale Welt
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Zum Autozulieferer möchte Google nicht werden, aber mit seinen vielfältigen Diensten will der Internetgigant auch beim Internet im Auto ein gewichtiges Wort mitreden. Dabei sollten sich aber Autobranche und Suchmaschinen jeweils auf ihre eigenen Stärken konzentrieren, erklärte Google-Manager Wieland Holfelder auf der IT-Konferenz der Automobilwoche in München.
München. Google will nicht nur auf Laptops und Smartphones vertreten sein, der Suchmaschinengigant sieht auch das Auto als modernes und sehr leistungsfähiges mobiles Endgerät, auf dem seine Anwendungen genutzt werden können. Dann können Autofahrer bei der Urlaubsfahrt direkt am Lenkrad nach Orten suchen, die einen Besuch lohnen. Sie haben die Kontaktdaten ihrer Bekannten im Auto dabei, können über Google Maps navigieren und aktuelle Verkehrsinformationen nutzen.
Laut Google-Manager Wieland Holfelder gibt es die von vielen gesuchte "Killer-App“, die den Markt prägt, gar nicht. "Die Killer-App ist keine App, sondern eine offene, flexible Plattform, die es erlaubt eine App genau dann zu installieren, wenn der Kunde das will oder braucht“, sagt Holfelder. Dies müsse auch in Fahrzeugen möglich sein, die bereits verkauft sind. Der Google-Manager stimmt in dieser Sicht mit Günter Zettler vom finnischen IT-Dienstleister Tieto überein, der sich ebenfalls für offene Systeme stark macht und ein stärkeres Engagement des Aftermarktes fordert, damit auch Fahrer älterer Fahrzeuge das Internet im Auto nutzen können.
Google will kein Autozulieferer werden
Die stark unterschiedlichen Welten der Autobranche und des Internetriesen Google zusammen zu bringen scheint nicht einfach: Während Autohersteller ihre Fahrzeuge entlang einer geplanten Roadmap entwickeln und bauen, veröffentlicht Google neue Programme bereits in Beta-Phasen und lässt dann auch die Nutzer bei der Fehlersuche helfen. Autobauer arbeiten mit Entwicklungsprozessen von drei bis vier Jahren, die Programme der Internetwelt haben hingegen oft nur einen Lebenszyklus von zwei oder drei Jahren. Wo Google lieber neue Software ins Netz bringt, als sich um die Wartung der alten Programme kümmern zu müssen, fahren die Autobauer einen großen Teil ihres Umsatzes genau mit dieser Wartung ein.
Holfelder zufolge sollten sich beide Lager auf ihre jeweiligen Stärken und Kernkompetenzen konzentrieren. Als Plattform der Zukunft, auf der die Anwendungen auch ins Auto kommen können, sieht er die moderne Programmiersprache HTML 5, die verschiedene ältere Sprachen kombiniert und ablösen soll. Wichtig seien auch offene Systeme: "Open Source kann in vielen Bereichen helfen“. Mit offenen und standardisierten Schnittstellen können Google Innovationen in der Autoindustrie unterstützen, sagte Holfelder, der seit 2008 den Engineering-Bereich für Google in Deutschland leitet und zuvor neun Jahre lang für Mercedes-Benz Research and Technology North America im Silicon Valley tätig war.
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