Dr. Volkmar Denner
Geschäftsführer
Robert Bosch

  Vernetzung als Kaufkriterium

Um junge Käuferschichten fürs Auto zu gewinnen, muss eine Vernetzung des Fahrzeugs gewährleistet sein. So die Einschätzung von Volkmar Denner, Mitglied der Geschäftsführung beim Zulieferer Robert Bosch, auf der Automobilwoche Konferenz "Das vernetzte Fahrzeug“ in München. Bosch biete schon heute beispielsweise eine iPhone-Applikation für Navigation mit verschiedenen Fahrerassistenz-Funktionen an.

München. Das Internet im Auto hat seinen Siegeszug begonnen. Ein wichtiger Treiber bei der Vernetzung des Fahrzeugs sind für Volkmar Denner, Mitglied der Geschäftsführung beim Zulieferer Robert Bosch, die sogenannten Smartphones. Der Manager ist davon überzeugt, dass die Vernetzung der Fahrzeuge vor allem bei der jüngeren Generation, immer stärker zum Kaufkriterium wird.

Ihm ist es daher wichtig, eine technisch gute und bezahlbare Integration von Internet- und weiteren Funktionen aus der Konsumerelektronik zu verwirklichen. Künftig werde es darum gehen, dass das Auto ins Internet geht. Derzeit sei es eher so, dass das Auto ins Internet kommt. Denner verweist auf Studien, wonach junge Käuferschichten zunehmend Autos nur dann interessant finden, wenn diese auch vernetzt sind. Erwartet wird dabei nicht nur die volle Internetfähigkeit, sondern auch die Möglichkeit der Car-to-Car-Kommunikation. "Wenn wir das Fahrzeug fürs Internet nicht nutzen, werden wir die junge Generation verlieren“, befürchtet Denner.

Möglichkeit einer flexiblen Systemintegration

Seiner Einschätzung nach müssen Automobilhersteller und Zulieferer eine flexible Systemintegration ermöglichen. Zulieferer wie Bosch seien in der Lage, Systeme und Geräte zu liefern, die nach Möglichkeit auch Open-Source-Lösungen einsetzen können. Deren Vorteil: Sie lassen sich flexibel und nach individuellen Maßgaben und Wünschen der Automobilhersteller in multifunktionale Infotainment-Steuergeräte integrieren. Das "vernetzte Fahrzeug”, so ist er überzeugt, wird über eine Luftschnittstelle permanent mit dem Internet, seiner Umgebung, anderen Fahrzeugen und Satelliten verbunden sein. Die dafür erforderlichen Bandbreiten und Latenzzeiten bietet dabei der neue Mobilfunkstandard LTE.

Laut Denner bietet Bosch schon heute eine iPhone-Applikation für Navigation mit verschiedenen Fahrerassistenz-Funktionen an. Dazu zählt etwa eine Fahrspurassistenz oder eine verbrauchsoptimierte Routenwahl. Alle diese Entwicklungen werden auch Einfluss auf den Fahrerarbeitsplatz haben. Um die Informationsvielfalt beherrschen zu können, sind komfortable und intuitiv erfassbare Schnittstellen zwischen Mensch und Technik notwendig. Bei aller Technikbegeisterung warnt Denner aber auch vor den Gefahren. Die Industrie müsse zusammenarbeiten, damit das Auto sicher bleibt und es keine Manipulationen gibt.

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